Sport und Bewegung bei Asthma

Kann ich mit Asthma überhaupt Sport machen? Viele Betroffene glauben, es sei, besser sich zu schonen – dabei können Bewegung und Sport helfen Asthmabeschwerden zu reduzieren.


Atemnot ist beängstigend. Kein Wunder also, dass viele Menschen mit Asthma körperliche Anstrengung vermeiden, bei der Husten, pfeifende Atmung und Luftnot auftreten können. Doch durch diese Schon-Haltung kann es zu einem Teufelskreis kommen: Die körperliche Belastbarkeit nimmt ab und die Beschwerden können bei immer geringeren Belastungen auftreten. Wer gut trainiert ist, kommt nicht so schnell außer Atem – und an seine Grenzen. Das gilt auch für Kinder.

Sport reduziert Asthmasymptome und hebt die Stimmung

Sport und Bewegung stärken die Muskulatur, was das Atmen erleichtert, und das Herz-Kreislauf-System, das durch Asthma ebenfalls belastet sein kann. Übergewicht kann durch Sport vorgebeugt oder reduziert werden – und damit auch sein Einfluss auf eine Asthmaerkrankung. Die Lungenfunktion wird gefördert, Schleim löst sich durch Bewegung besser. Asthmabeschwerden und Asthmaanfälle können so reduziert werden. Wer fit ist, kann seinen Alltag mit Asthma besser erledigen und läuft seltener Gefahr zu vereinsamen. Sport hebt die Stimmung, was auch bei einem eventuellen Rauchstopp helfen kann, und beugt Depressionen vor.

Ausdauersportarten sind besonders geeignet

Wichtig ist für Menschen mit Asthma, auf die richtigen Sportarten zu setzen und sich nicht zu überanstrengen. Geeignet sind alle Ausdauersportarten, wie z. B. Laufen, Nordic Walking, Schwimmen, Radfahren, Tanzen und Inline-Skating. Auch Wandern ist ideal für Menschen mit Asthma, nur in großen Höhen kann die dünne Höhenluft das Training unnötig erschweren. Mehrmals pro Woche Ausdauertraining, am besten drei- bis viermal für 30 bis 40 Minuten, macht fit. Krafttraining für den Oberkörper, vor allem Schulter-, Bauch- und Rückenmuskulatur, hilft die sogenannte Atemhilfsmuskulatur zu kräftigen.

Entspannungsübungen helfen bei Asthma

Aber auch progressive Muskelentspannung nach Jacobson, autogenes Training, Yoga und andere Konzentrations- und Entspannungstechniken sind bei Asthma geeignet. Sie können die Beschwerden und die Atemfunktion positiv beeinflussen. Denn Stress, Zeitdruck und Ängste können Asthma-Beschwerden auslösen oder verschlimmern.

Lungensport mit speziellen Angeboten für Menschen mit Lungenerkrankungen

Wer gezielte Übungen für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen machen möchte, kann sich an eine Lungensportgruppe wenden. Hier trainieren Menschen mit verschiedenen chronischen Atemwegserkrankungen gemeinsam, tauschen sich zu ihrem Befinden aus, messen ihren Peak-Flow-Wert und erlernen spezielle Übungen. Von Vorteil ist nicht nur das Training in der Gruppe, dass mehr Motivation bringen kann, sondern auch, dass die Übungsleiter genau wissen, worauf bei Menschen mit Atemwegserkrankungen zu achten ist.

Regelmäßiges moderates Training wichtig

Sport sollte regelmäßig und nicht zu intensiv betrieben werden. Die Trainingsintensität sollte langsam gesteigert werden. So gelingt ein entspannter Einstieg in den Sport. Auch Aufwärmen und Abkühlen vor und nach dem Sport, um den Körper auf das Training einzustimmen und das Training ausklingen zu lassen sind wichtig und helfen Atemnot durch die Belastung vorzubeugen. Für Einstieg und Ausklang des Trainings sollte man sich jeweils etwa 15 Minuten Zeit nehmen. Auch Entspannungsübungen lassen sich hier einbauen. Das Training sollte immer so gestaltet werden, dass die sogenannte aerobe Schwelle nicht überschritten wird. Das bedeutet, wenn man außer Atem kommt, etwas langsamer zu machen, Spitzenbelastungen zu vermeiden und das Training an die aktuelle Lungenfunktion anzupassen, die mit dem Peak-Flow-Meter bestimmt wird. Belastungsphasen sollten sich mit Erholungsphasen im Training abwechseln.

Ärztliche Beratung ist das A und O

Beim Bestimmen der passenden Trainingsintensität kann eine sportärztliche Untersuchung helfen. Generell sollten Menschen mit Asthma, bevor sie wieder in den Sport einsteigen mit ihrem Arzt sprechen. Er kann ebenfalls helfen, das richtige Training auszuwählen, und Tipps geben, worauf geachtet werden sollte. Auch Medikamente zum Schutz vor einem Belastungsasthma, dessen Grenze ebenfalls bei einer sportärztlichen Untersuchung ermittelt werden kann, werden vom Arzt verschreiben. Auch Notfallmedikamente sollten Asthma-Patienten beim Sport immer dabei haben.

Auch Belastungsasthma ist kein Grund auf Sport zu verzichten

Gerade ein Belastungsasthma, also Asthmaanfälle, die durch körperliche Anstrengung ausgelöst werden, veranlasst Menschen mit Asthma zu Schonung. Dabei lässt sich gerade ein Belastungsasthma bis zu einem gewissen Grad „wegtrainieren“: Wer regelmäßig trainiert und seine Ausdauer langsam verbessert, der kann auf Dauer mehr Belastung aushalten, bis es zum Belastungsasthma kommt.

Tagesform, Begleiterkrankungen und Allergien beachten

Auch Begleiterkrankungen wie Herzprobleme sollten mit dem Arzt zuvor besprochen werden und Berücksichtigung im persönlichen Trainingsplan finden. Bei Menschen mit Allergien, z. B. bei Heuschnupfen, sollte darauf geachtet werden, dass der Kontakt mit Allergenen vermieden wird. Auch starke Anstrengung in kaltem Wasser oder bei kalter Luft können Asthmabeschwerden auslösen. Im Sommer sollte bei hohen Ozonwerten nicht trainiert werden, denn Ozon reizt ebenfalls die Atemwege.

Bewegung und Sport bei Asthma: Beschwerden reduzieren, Lebensqualität steigern

Sport kann helfen Asthmabeschwerden zu reduzieren und die Lebensqualität von Menschen mit Asthma zu verbessern. Dazu eignen sich besonders Ausdauersportarten, aber auch Krafttraining kann gezielt eingesetzt werden. Das Training sollte zu der eigenen Belastbarkeit, Vorlieben und Tagesform passen und saisonale Gegebenheiten sowie Begleiterkrankungen berücksichtigen. Regelmäßigkeit beim Training ist wichtiger, als hohe Intensität. Bevor es mit dem Sport losgeht, sollten Menschen mit Asthma mit ihrem Arzt darüber sprechen, was sie beim Training beachten sollten. Selbst Belastungsasthma stellt nach einer entsprechenden Beratung kein Hindernis für mehr körperliche Aktivität dar. Auch Trainer oder Kursleiter sollten informiert werden. Spezielle Sportangebote für Menschen mit Lungenerkrankungen bietet der Lungensport.