Ernährung bei Asthma

Kann eine entsprechende Ernährung Asthma vorbeugen oder Symptome lindern? Viele Asthma-Patienten fragen sich, ob sie mit ihrer Ernährung selbst etwas tun können.


Eine spezielle Diät oder Nahrungsergänzung, mit der die Entstehung von Asthma verhindert oder die Symptome von Asthma gebessert werden können, ist bisher nicht bekannt. Nur bei Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten, die ebenfalls Asthma auslösen können, ist es notwendig, auf diese Lebensmittel oder Inhaltsstoffe zu verzichten.

Forschung untersucht ob Ernährung zur Besserung oder Vorbeugung beitragen kann

Ob es bestimmte Ernährungsformen oder Nährstoffe gibt, die bei Asthma helfen können, wird jedoch weiter erforscht. Die Vermutung, dass eine vegetarische Kost, die sich eher entzündungshemmend auswirkt, Asthma-Symptome bessern kann, konnte in Untersuchungen nicht bestätigt werden.

Bei manchen Asthma-Patienten wurde ein niedriger Pyridoxal-Spiegel festgestellt. Eine Besserung durch Nahrungsergänzung mit Pyridoxin lässt sich aber bisher nicht ausreichend belegen. Gleiches gilt für Vitamin B12 und Vitamin C. Auch die Vorbeugung von Asthmaanfällen mit Magnesium ist bisher fraglich.

Eine erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren zeigte zwar eine Verbesserung der Laborwerte der Patienten in Untersuchungen, jedoch besserten sich die Symptome nicht. Bei Fischöl zeigte sich eine Besserung der Symptome in ersten Untersuchungen, weitere Studiendaten fehlen aber noch, daher gibt es auch hierfür bisher keine Empfehlung.

Ausgewogene, gesunde Ernährung ist für Asthma-Patienten besonders wichtig

Auch die Leitlinie zur Behandlung und Diagnose von Asthma empfiehlt eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse, die den Körper ausreichend mit Nährstoffen und Vitaminen versorgt. Auch eine mediterrane Kost könnte möglicherweise Asthma vorbeugen oder die Beschwerden lindern.

Die Leitlinie betont, dass der aktuelle Wissensstand der Forschung darauf hindeutet, das starkes Übergewicht (Adipositas) die Entstehung von Asthma begünstigt und bestehende Beschwerden verschlechtert. Menschen mit Asthma sollten daher auf ihr Körpergewicht achten und bei bestehendem Übergewicht gegensteuern. Auch hierbei kann eine ausgewogene Ernährung helfen. Hilfestellungen beim Abnehmen kann auch ein Arzt oder eine Ernährungsberatung geben.

Bisher keine Empfehlung für besondere Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit

Ein weiter Punkt rund um das Thema Ernährung bei Asthma ist die Auswirkung der Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft und das Stillen. Bisher gibt es keine eindeutigen Belege dafür, dass das Weglassen bestimmter Lebensmittel in der Schwangerschaft das Asthma-Risiko beim Kind senkt. Daher wird eine allergenreduzierte Ernährung in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Ein weiterer Punkt, der wissenschaftlich untersucht wird, ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln während der Schwangerschaft und Stillzeit. Dazu gehören z. B. Pro- und Präbiotika sowie Omega-3-Fettsäuren und bestimmte Vitamine. Erste Untersuchungen zeigten einen Zusammenhang mit einem verringerten Risiko für Atemwegserkrankungen, weiter Daten dazu fehlen aber noch. Daher wird eine Einnahme bisher nicht empfohlen. Die Einnahme solcher Nahrungsergänzungsmittel sollte außerdem stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Schützt Muttermilch vor Asthma?

Auch welche Ernährung für Säuglinge den besten Schutz vor Asthma bietet, wird in der Forschung untersucht. Viele Untersuchungen belegen die positiven Effekte von Muttermilch, ob sie jedoch auch vor Asthma schützt, ist weiterhin nicht eindeutig belegt. Aufgrund der vielfältigen gesundheitlichen Vorteile empfiehlt die Leitlinie, Säuglinge für vier bis fünf Monate ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren.

Spezielle Ernährung von Babys scheint keine Vorteile zu bringen

Für Babys mit einem sehr hohen Allergierisiko oder die auf bestimmte Nahrung bereits allergisch reagieren, gibt es spezielle allergenarme Flaschennahrung (Hydrolysatnahrung). Untersuchungen dazu haben gezeigt, dass diese Flaschennahrung Allergien vorbeugen könnte und möglicherweise auch das Auftreten von atopischen Ekzemen (Neurodermitis) verringert. Für Asthma gab es diese Hinweise aber nicht.

Auch bei Beikost wurde vermutet, dass ein möglichst geringer Kontakt mit möglichen Allergieauslösern in der Nahrung vor Asthma schützen könnte. Die Ergebnisse einiger wenigen älteren Untersuchungen dazu ließen sich aber in weiteren Untersuchungen nicht bestätigen. Daher wird eine Einführung von Beikost erst nach dem vollendeten 6. Lebensmonat, die Meidung bestimmter Lebensmittel im ersten Lebensjahr sowie eine weitere vorbeugende Ernährung darüber hinaus nicht mehr in den Leitlinien empfohlen.